Beschädigte Holzlacke durch UV-Strahlung, Wasser oder Alterung

Hochwertige Möbel mit „verschossenem“ Lack bzw. ausgeblichenes Holz wirken extrem unästetisch. Mehrere Naturharzlacke – vor allem der seit dem 19. Jahrhundert massentaugliche Schellack – lassen sich oft ganz gut wieder anlösen. Dadurch wird der Verbund zwischen dem Lack und dem Holz wieder hergestellt und das Holz bekommt seine Tiefenwirkung und Brillianz zurück – ähnlch, als würde man es nass machen (verwirrenderweise auch „anfeuern“ genannt).

Alte Holzlacke können regeneriert, abgenommen oder erneuert werden

Das hängt jedoch vom Lacksystem ab: Einige wenige jüngere Kunstharzlacke, wie z.B. Nitrozellulose-Lacke, können zwar nicht im gleichen Sinne regeneriert, wohl aber wieder angelöst und im Bedarfsfalle reduziert oder abgenommen werden. Auch hier erspart man sich das Schleifen. (Beim Abschleifen eines Möbels bilden sich bei unsauberer Arbeit zum Einen unschöne Schleifspuren, zum Anderen finden wir häufig Möbel vor, deren Furnier schon auf Papierstärke reduziert oder gar durchgeschliffen wurde.)

Sehr oft werden uns Möbel anvertraut, die vor 30 bis 40 Jahren aufgearbeitet wurden. Nicht selten erinnern sich unsere Kunden noch daran. Gewachste, geölte oder mit Naturharzen veredelte Oberflächen waren in diesem Zuge häufig abenommen / abgeschliffen und mit dem damals üblichen „Schreinerlack“ (z.B. auf Nitrozellulose-Basis) neu gespritzt worden. Die Oberflächen dieser Objekte sind heute meist nahezu vollständig „blind“; bzw. milchig-trüb bis grünlich; irrtümlicherweise wird häufig angenommen, es handelte sich bis in die Tiefe um ausgeblichenes Holz.

Aufgrund der zahllosen Lacksysteme und unterschiedlicher Komponenten (vor allem bei den jüngeren, synthetischen Lacken), gibt es kein allgemeingültiges Rezept zur Wiederherstellung der Holzoberfläche. Im Idealfall lässt sich solch ein jüngerer, (nicht originaler) und zersetzter Lack ganz herkömmlich mechanisch entfernen – vorwiegend durch schaben. In komplizierten Fällen, wenn der angetroffene Lack „krepiert“ ist aber noch zu gut haftet, um ihn zu entfernen, nähern wir uns beispielsweise mit einer bestimmten Lösemittel-Testreihe an. Unser Credo: „Irgend einen Weg gibt es immer“ – eine Anfrage lohnt sich also auf jeden Fall!