Wachsmischung verleiht Eichenholzmöbeln Tiefenwirkung und einen antiken Charakter

Der hier vorgestellte, restaurierte Gründerzeit Schreibtisch (um 1880) fällt durch seine typisch gründerzeitliche Verzierung und vor allem durch die Schnitzereien (stilisierte Eichenblätter und Eicheln) auf. Der in den 1970er Jahren aufgespritzte Lack war extrem ausgeblichen und milchig; der Schreibtisch wirkte insgesamt nur noch grünlich-grau und die reliefartigen Schnitzereien erschienen flach und „leblos“. Die Schichtdicke und der Glanzgrad des Lackes verliehen der gesamten Holzoberfläche ferner einen plastikartigen Charakter.

Aufwand der Restaurierung lohnt sich

Der nicht mehr zu erhaltende Lack aus den 1970er Jahren wurde durch Anlösen, Aufreiben und Abnehmen stark ausgedünnt, bis das Holz wieder in seinem Ursprungsfarbton erschien und tragfähig war. Anschließend ließ sich das Eichenholz mit einer speziellen Wachsmischung behandeln: Der angenehme, kastanienfarbene Ton kommt durch das Einarbeiten der Wachsmischung zum Vorschein. Sie besteht vorwiegend aus Bienen- und Carnaubawachs sowie Paraffin und muss unter Wärmeeinfluss Stück für Stück aufgebracht und mit einer Bürste eingerieben werden.

Im Erkalteten Zustand wird die Oberfläche noch einmal mit einem Baumwolltuch stark nachpoliert; es entsteht eine ganz unverwechselbare Optik und Haptik. Gleichzeitig ist die Oberfläche sehr wiederstandsfähig, langlebig und pflegeleicht.

Auf dem Bild sind die beiden Türen des Eichenschreibtisches abgebildet; die Linke trägt noch den Lack der Überarbeitung aus den 1970er Jahren, die Rechte zeigt die Oberfläche nach der Wachsbehandlung. Die Schnitzerei wirkt deutlich tiefer und reliefartiger.