Holz ablaugen ist nicht gleich Holz laugen

Irrtümlicherweise werden in Kleinanzeigen viele antike Möbel als „gelaugt und geölt“ deklariert. Manchmal sind sie tatsächlich geölt, gelaugt sind sie selten. Eher abgelaugt. Wo liegt der Unterschied?

Holz laugen

Holz laugen bedeutet, dass mit einem alkalischen Medium, einer Lauge, rohes Holz bearbeitet bzw. vorbehandelt wird. Zweck dieser Maßnahme ist in erster Linie das Verfärben durch einen chemischen Prozess. Je nach PH-Wert der Lauge und je nach Holz, kann damit entweder eine Aufhellung bzw. ein Bleichen des Holzes (ein „ausgewaschener“ Look; beispielsweise ein modern und hell wirkender Parkettboden), oder aber auch ein antiker Chrarakter erzielt werden. Hier wirkt das Holz dunkler bis hin zu „geräuchert“. Diesen Effekt kann man aufgrund der im Holz enthaltenen Gerbsäure sehr gut mit Eichenholz erreichen. Laugen ist also eine Vorbehandlung von rohem und üblicherweise neuem Holz, bevor es abschließend geölt oder lackiert wird.

Möbel ablaugen

Das Ablaugen ist ein Prozess, bei dem unerwünschte (vor allem ölhaltige) Anstriche wie Ölfarben, Öllacke und Alkydharzlacke in einer Ablaugerei entfernt werden. Das Ablaugen ist ein chemischer Vorgang, bei dem fettsäurehaltige Anstriche verseift bzw. ölhaltige Anstriche in ihrer chemischen Struktur unwiederbringlich „geknackt“ werden. Die dafür verwendete Lauge ist relativ stark alkalisch. Bei modernen Lacken auf Wasserbasis (Acryllacke) und bei Dispersionsfarben wirken Laugen nicht.

Abgelaugte (also wieder „nackte“) Möbel werden in der Regel anschließend geölt oder gewachst. Das ist zwar in Mode, bedeutet aber auch eine unwiederbringliche Zerstörung von häufig hochwertigen Bemalungen und Anstrichen sowie eine Verfälschung des jahrhundertealten Erscheinungsbildes eines Möbels.

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