Schieben, stoßen, kippen, drauf sitzen – oder sogar stehen… Sitzmöbel werden bei täglichem Gebrauch am meisten beansprucht. Bei genauerer Betrachtung erscheint es erstaunlich, wie filigran die Stuhlbeine und oft auch die Eckverbindungen von vielen Modellen ausgeführt sind. Dabei sind sie es, die durchschnittlich 70 Kilo und mehr zu (er-)tragen haben – nicht etwa die Tische, deren weniger belastete Beine meistens viel mächtiger sind. Verständlicherweise muss man gelegentlich einige Stühle restaurieren lassen.

Stühle restaurieren lassen: Kosten sind von den individuellen Schäden abhängig

Ist ein Stuhlbein gebrochen, aber der Bruch lässt sich noch einwandfrei und ohne Quersplitter zusammenfügen, dann ist dieser Schaden, der zunächst schlimm aussieht, recht schnell behoben. Dagegen werden gerade die „unsichtbaren“ Schäden – der berühmte, wackelige Stuhl – hinsichtlich der Reparatur häufig unterschätzt. Im Idealfall kann verdünnter Leim mit einer Spritze in die Eckverbindungen eingebracht werden. Das ist jedoch abhängig vom vorhandenen Leim und seiner Löslichkeit. Um wirklich mit Erfolg solch wackelige Stühle restaurieren zu lassen, ist es in den meisten Fällen jedoch notwendig, die Stühle teilweise oder sogar vollständig zu zerlegen.

Mit welchen Leimen wir Stühle restaurieren

Mit welchen Leimen wir Stühle restaurieren, hängt ebenfalls vom individuellen Befund ab: Am häufigsten treffen wir noch Eckverbindungen mit Glutinleim (Haut- oder Knochenleim) oder mit Caseinleim an. Wurden alte bzw. historische Stühle schon häufig geflickt, so treffen wir darüber hinaus synthetische Klebemittel an, beispielsweise Holzleim (Ponal u.ä.), Zweikomponentenkleber, Sekundenkleber, Pattex, Klebeschäume (z.B. Polyurethan), zusätzlliche Schrauben oder Nägel. Entsprechend unterschiedlich ist der Zeitaufwand: Glutinleime lassen sich mühelos mit Wasser anlösen, entfernen und erneuern, Caseinleime sind angenehm spröde und können leicht abgeschabt werden, einige synthetische Kleber lassen sich wenigstens soweit anquellen, dass man sie kaugummiartig entfernen oder weitgehend reduzieren kann. Zweikomponenten-, Sekunden-, Schaum- oder sonstige Industriekleber sind meist nur mechanisch zu bearbeiten – entsprechende Geduld ist gefragt. Wenn wir anschließend die Stühle restaurieren bzw. verleimen, verwenden wir meistens Glutin- oder Caseinleim, in seltenen Fällen (z.B. bei jüngeren Stühlen) Weiß- bzw. Holzleim.

Gerne unterbreiten wir entsprechend einen Kostenvoranschlag, bevor wir die Stühle restaurieren, denn ein Pauschalpreis ist selten glaubhaft. Neben den beschriebenen Themen rund um das Gestell gibt es bei vielen Stühlen noch Polserungen oder Geflechte und natürlich das Thema Oberfläche – weitere Argumente dafür, dass wir uns die Stühle gerne im Vorfeld ansehen.